Irakischer Social-Media-Star Tara Fares auf offener Straße erschossen

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Tara Fares war einer der erfolgreichsten Bloggerinnen im Irak

Tara Fares war einer der erfolgreichsten Bloggerinnen im Irak

Foto: its.tarafares / Instagram

Am vergangenen Donnerstag wurde die irakische Influencerin Tara Fares am helllichten Tag in Bagdad im Stadtviertel Camp Sarah erschossen. Die 22-Jährige – die auf Instagram 2.7 Millionen Fans hat – war in ihrem Heimatland Irak eine der erfolgreichsten Social-Media-Stars.

Drei Schüsse haben Tara laut „The New York Times“ am späten Nachmittag des 27. September getroffen, als sie in ihrem Auto unterwegs war. Die tödlichen Schüsse sollen von zwei Personen auf einem Motorrad abgefeuert worden sein.

Es wird vermutet, dass sich die Tat bewusst gegen den Star gerichtet hat. Grund dafür könnte ihr Verhalten auf sozialen Netzwerken gewesen sein. Dort zeigte sie stolz ihre Tattoos, postete regelmäßig heiße Selfies und teilte auch immer wieder Pics von freizügigen Fotoshootings.

Auf YouTube und Instagram zeigte sich die junge Frau also genauso, wie wir es auch von Influencern aus Deutschland und den USA kennen. Doch gerade diese westlich-orientierte Lebensweise soll Tara jetzt zum Verhängnis geworden sein. Denn ihr privates Verhalten wäre zwar in Deutschland voll okay, ist in der Öffentlichkeit im Irak allerdings nicht geduldet. Dort dürfen Frauen nur mit Kopftuch und in Begleitung eines Mannes auf die Straße. An diese diskriminierenden Regeln wollte sich Tara nicht halten. Im Internet kursieren zahlreiche Kommentare, in denen die Vloggerin genau wegen ihres liberalen Lifestyles aufs Übelste beschimpft wird.

In den vergangenen Tagen waren bereits drei weitere junge Frauen unter mysteriösen Umständen im Irak ums Leben gekommen, unter anderem Suaad al-Ali. Die Menschenrechtlerin setzte sich mit unter aktiv für die Gleichberechtigung von Frauen ein. Auch Rafeef al-Yasiri, Schönheitschirurgin und Besitzerin der „Barbie“-Schönheitsklinik und Beauty-Expertin Rasha al-Hassan wurden vor Kurzem tot aufgefunden.

Premierminister Haider al-Abadi gab in einem Statement zu, dass die aktuellen Mordfälle seiner Meinung nach bewusst geplant wirken. Die Täter konnten bisher nicht gefasst werden. Wie die Regierung jedoch mitteilte, sollen die Fälle jetzt genauer untersucht werden.

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