Streit um Seminar über faire Islamberichterstattung

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Seit Jahren warnen renommierte Forscher davor, dass die Medien-Berichterstattung über den Islam stark einseitig auf Negativ-Themen fokussiert ist. Eben diese einseitige Betrachtung führt dazu, dass Ressentiments gegenüber Muslimen zunehmen und sich immer häufiger auch in tätlichen Übergriffen auf Muslime und ihre Einrichtungen ausdrücken.

Um dieses Phänomen aufzubrechen lud die Deutsche Journalistenschule (DJS) die Initiative „Muslim Story“ ein, um ein Seminar zum Thema „Wie eine faire Islamberichterstattung aussehen könnte“ abzuhalten. Die Muslim Story sei ein „Zusammenschluss von muslimischen und nichtmuslimischen Journalisten, Designern und Programmierern.

Islamkritiker kritisieren Seminar

Wie die „Muslim Story“ in ihrer Stellungnahme mitteilt, wurde im Anschluss des Seminars darüber diskutiert, dass bekannte Islamkritiker die Islamdebatte dominieren und ihre Meinungen mit großen medialen Echo besprochen werden.

Islamkritiker wie Hamed Abdel-Samad und Ahmad Mansour fühlten sich angesprochen und behaupteten in einem Facebook-Post, dass die Veranstalter die Teilnehmer von ihnen „gewarnt“ hätten. Diese behaupten weiter, dass sie beschuldigt wurden, „die Gesellschaft durch eine kritische Auseinandersetzung mit dem Islam spalten zu wollen und Imame der Verfolgung aussetzen.“ Laut Muslim Story diffamiere Mansour die Kritik an seinen Äußerungen als vermeintliches Sprechverbot.

Constantin Schreiber kam zur Sprache, als mit den Schülern diskutiert wurde, ob Journalisten bei der Recherche zu Minderheiten – die ohnehin schon Anfeindungen und Vorurteilen ausgesetzt seien – eine besondere Sorgfaltspflicht zukomme. Von einer Warnung war nie die Rede, wie Schreiber es selbst behauptete, so die Muslim Story.

DJS hat Angebot von Mansour abgelehnt

„Der Alltag an der DJS besteht aus vielen praktischen Übungen und Seminaren sowie gelegentlichen Diskussionsveranstaltungen und Werkstattgesprächen. Schüler treffen Dozenten, Gesprächspartner, Impulsgeber und Persönlichkeiten des öffentlichen Lebens. Sie lernen von ihnen, hinterfragen sie, diskutieren mit ihnen auf Augenhöhe, kritisieren sie und lernen, Personen und ihre Haltungen, Meinungen und Handlungen einzuordnen“, so Henriette Löwisch Leiterin der Deutschen Journalistenschule (DJS).

Mansour und Co. haben der Journalistenschule angeboten zum Thema Islamberichterstattung mit den Schülern zu sprechen, doch dies habe die Schule abgelehnt. „Das DJS-Team entscheidet unabhängig, wen wir zu Veranstaltungen einladen. Referentinnen und Referenten wollen wir vorher persönlich kennenlernen“, so die Schulleiterin Löwisch.

Parteien zum sachlichen Austausch bereit

Löwisch habe Herrn Schreiber in Antwort auf seine an sie gerichtete Beschwerde eine persönliche Aussprache angeboten. Herr Schreiber hat dieses Angebot nicht angenommen, sondern gemeinsam mit Herrn Samad und Herrn Mansour stattdessen den Weg der Skandalisierung über die sozialen Medien gesucht. „Wir hätten uns gewünscht, dass man erst den Kontakt zu uns sucht“, erklärt Julia Ley von „Die Muslim Story“ gegenüber IslamiQ. Dennoch sei die Muslim Story zu einem sachlichen Austausch bereit, um möglicherweise entstandene Missverständnisse aus dem Weg zu räumen.

Mittlerweile hat sich auch der Verein  „Neuen Deutschen Medienmacher“, die sich für Vielfalt in den Medien einsetzt, mit der Muslim Story und der DJS solidarisiert.

Quelle:

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