Leverkusen – Jugendamt sucht Vormünder

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Ehrenamtler sollen minderjährige Flüchtlinge begleiten – Schulungen ab dem 25. September

Die Stadt appelliert an Bürger, sich als ehrenamtliche Vormünder für unbegleitete, minderjährige Flüchtlinge zu engagieren. „Es muss nicht immer Protest auf der Straße sein, um zu zeigen, dass man bunt statt braun denkt“, sagt Monika Fiebich vom Jugendamt. Wie viele dies bereits täten, könne man derzeit nicht genau beziffern, sagt Irene Froese vom Sozialdienst katholischer Frauen Leverkusen (SkF). Dennoch, da sind sich beide einig, seien es noch zu wenig. Im dritten Jahr bilden SkF und der Sozialdienst Katholischer Männer (SKM) Ehrenamtliche zu Vormündern aus. Erstmals ist die Stadt Auftraggeberin. Ab dem 25. September finden entsprechende Schulungen, gefördert vom NRW-Familienministerium, statt.

100 unbegleitete minderjährige Flüchtlinge lebten derzeit in Leverkusen, sagt Fiebich. Noch vor drei Jahren, als die große Flüchtlingsbewegung nach Europa ihren Höhepunkt erreichte, stammten die meisten aus Syrien und Afghanistan, mittlerweile seien es meist Afrikaner, sagt Froese.

Das Amtsgericht Leverkusen weist jedem Flüchtling nach seiner Ankunft einen Vormund zu. Die meisten der Vormünder seien hauptamtlich tätig, sagt Fiebich. 40-50 Kinder und Jugendliche lebten unter der Vormundschaft einer Person, darunter aber auch viele Deutsche, die aus verschiedenen Gründen ohne Eltern aufwachsen.

Vormünder müssten ihre Mündel mindestens einmal pro Monat sehen, sagt Froese.

Wöchentliche Treffen

Viele aber täten dies deutlich häufiger, teilweise treffe man sich sogar wöchentlich, sagt Froese. Der erwachsene Vormund übernimmt dabei Aufgaben, die sonst den Eltern zukommen, wie die rechtliche Vertretung oder die Überwachung und Einwilligung ärztlicher Behandlungen. „Ein Vormund ist wie eine Mutter“, sagt Fiebich. Das Jugendamt unterstützt dabei die Vormünder, unter anderem, indem es Dolmetscher vermittelt und deren Kosten übernimmt. Die Vormundschaft endet mit dem 18. Geburtstag des Jugendlichen. Übertritt ein Mündel das 18. Lebensjahr, nimmt die Stadt Leverkusen einen neuen, minderjährigen und unbegleiteten Flüchtling auf. Das sieht der Schlüssel vor, nach dem die Flüchtlinge zwischen den Kommunen verteilt werden.

Bürger, die Vormund werden wollen, können im Vorfeld der Schulungen die Informationsveranstaltung in der katholischen Familienbildungsstätte am Mittwoch, 12. September, 18 Uhr, Manforter Straße 186, besuchen. . Eine Anmeldung ist nicht erforderlich.

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