„Extremisten haben hier keine Chance“

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„Wir wollen konstruktiv an einem guten Zusammenleben von Menschen in Schleswig-Holstein mitarbeiten,“ sagt der syrische Anwalt Rawad Zyadeh. Der Staat müsse die Rahmenbedingungen dafür schaffen. „Das Miteinander können nur die Menschen selbst schaffen –  die, die schon immer hier leben und jeder einzelne, der nach Deutschland kommt“, ist der Vorsitzende überzeugt. Flexibel sein, Chancen einer demokratischen, vielfältigen Gesellschaft nutzen – das will der Verein vor allem  Kindern und Jugendlichen vermitteln.

„Eine Vereinsgründung ist auch so eine Chance. Am Anfang war sehr schwer, überhaupt zu verstehen, wie das mit der Satzung geht und was man sonst für eine Vereinsgründung braucht“, erinnert sich Fadi Shalhoub, der in Syrien als Journalist und Medienwissenschaftler gearbeitet hat, „aber wir wollten das unbedingt schaffen, und zwar schnell.“ Schon 2016 wurde der Verein anerkannt.

Brücken bauen gegen Vorurteile

Inzwischen ist die Syrische Gemeinde so gut aufgestellt, dass sie auch öffentlich auftritt. „Im Moment wird ja wieder viel über Geflüchtete geredet, doch die Menschen selbst kommen kaum zu Wort. Wir stellen fest, dass Vorurteile und Unverständnis weite Teile der deutschen Gesellschaft prägen. Dem wollen wir entgegentreten, eine Plattform sein, um Brücken zu bauen“, sagt Zyadeh.

Humorvoller Kultursalat

Doch wie erreicht man das? Die Syrische Gemeinde versucht es über  Informationen – etwa in Kursen über arabische Sprache und Kultur – sowie über integrativen Freizeitangebote und Sport, aber auch mit unorthodoxen Mitteln wie dem „Kultursalat“:  Zusammen mit der Diakonie und dem Projekt Freiwillige Inklusiv arbeitet man  an kurzen Youtube-Videos, die auf humorvolle Weise gegenseitige Vorurteile aufzeigen. Das erste Video ist inzwischen fertig. Es zeigt einen jungen Syrer beim WG-Casting.  

Klare Position gegen Rassismus

Und natürlich befasst man sich im Verein auch mit den Themen Rassismus und Gewalt. „Das sind wird ganz klar“, sagt Jurist Zyadeh. „wer rassistisch, politisch oder religiös extremistisch orientiert ist oder Gewaltanwendung als legitimes politisches Mittel ansieht, darf bei uns nicht Mitglied werden.“

Mehr: Webseite Syrische Gemeinde



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