Ausstellung im Bornaer Landrastsamt eröffnet

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Evan Evas und Jorge João Gomondai haben etwas gemeinsam. Beide kamen aus der Ferne nach Sachsen. Nicht unbedingt als Flüchtling, sondern auch als Fachmann wie der Engländer Evans an der Wende zum 19. Jahrhundert, um dort in der Nähe von Chemnitz eine Feinspinnmaschine zu konstruieren, eine der Grundlagen für die sächsische Textilindustrie. Oder wie der Mocambiquaner, der Ende der 80-er Jahre nach Dresden kam. Als Gastarbeiter, wie die billigen Arbeitskräfte seinerzeit allerdings nicht genannt wurden. In jedem Falle handelt es sich um zwei Beispiele dafür, „dass es Migration bei uns schon seit ewigen Zeiten gegeben hat“, wie Gerald Lehne, Erster Beigeordneter im Landkreis Leipzig, am Mittwoch anlässlich der Eröffnung einer Ausstellung im Landratsamt in der Bornaer Stauffenbergstraße sagte.

Dabei handelt es sich um eine Wanderausstellung von Studenten der TU Dresden sowie des sächsischen Sozialministeriums. Auf zehn großen Tafeln wird die Geschichte der Ein- und Auswanderung in Sachsen beleuchtet. Porträtiert werden Auswanderer, die es nach Übersee in die Vereinigten Staaten zog, benannt werden aber auch die Kinder griechischer Kommunisten, die Ende der 40er-Jahre nach dem Bürgerkrieg in Griechenland, nach Radebeul und damit in Sachsen kamen. Oder das Schicksal einer Jüdin, die Dresden in den 30er-Jahren Richtung New York verließ.

Lehne hofft, „dass diese Ausstellung den Blick weiten hilft“. Die sächsische Integrationsministerin Petra Köpping (SPD) empfahl, mit Migranten immer so umzugehen, wie sich das jeder für sich selbst wünscht. Zugleich würdigte die ehemalige Bornaer Landrätin an ihrer alten Wirkungsstätte die Anstrengungen der Verwaltung in den letzten drei Jahren beim Umgang mit Asylbewerbern. Dabei gehe es letztlich um den Zusammenhalt der Gesellschaft. Integration könne nur funktionieren, wenn sie eng mit der inneren Sicherheit verzahnt werde.

Wie Integration gelingen kann, macht ein Projekt deutlich, bei dem die Künstlerin Ute Hartwig-Schulz in Bad Lausick mit Kindern und Jugendlichen aus acht Ländern zwei Monate lang einen riesigen Rollschuh gebastelt hat. Einer der jungen Leute hat mittlerweile eine Anstellung in einer Bad Lausicker Firma.

Von Nikos Natsidis



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