Polizei – Hautfarbe als Angriffsgrund – München

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Anzeigen nach zwei offenbar rassistisch motivierten Taten

Zwei rassistisch motivierte Attacken beschäftigen den Staatsschutz der Münchner Polizei. Die beiden Vorfälle ereigneten sich im August. In beiden Fällen wurden zwei Migranten wegen ihrer Hautfarbe angegriffen und verletzt. Die Täter konnten ermittelt werden.

Der jüngste Vorfall ereignete sich in Höhenkirchen. Dort beleidigte und schlug ein alkoholisierter 40-Jähriger aus dem südlichen Landkreis München einen 16-Jährigen, der am Abend mit Freunden nahe dem S-Bahnhof Football spielte. Der Angreifer kam mit einer Bierflasche in der Hand auf zwei dunkelhäutige Buben zu und pöbelte sie an. Als die Jugendlichen fragten, warum er sie beleidige, drohte der Mann: Die beiden kämen ins Gefängnis, „wenn sie ihn hauen“. Offenbar legte er es auf eine solche Provokation an. Denn als die beiden Buben zu ihren Freunden zurückgingen, rief der Mann die Bundespolizei an und verkündete das auch den Jugendlichen. Dann stellte er seine Bierflasche ab und ging auf die Jungs zu. Einen der beiden, die er zuvor beschimpft hatte, packte er am T-Shirt. Als der sich losreißen konnte, schlug ihm der 40-Jährige mit der Faust ins Gesicht. Der Junge wehrte sich, doch seine Freunde und ein Begleiter des Aggressors trennten die beiden. Als die Polizei eintraf, waren alle Beteiligten verschwunden. Für die Beamten war es aber offenbar nicht schwer, den polizeibekannten Angreifer zu finden. Gegen 22 Uhr trafen sie ihn in seiner Wohnung an. Dort wurde auch ein Schlagring sichergestellt. Den Mann erwarten nun mehrere Anzeigen, unter anderem wegen Körperverletzung, Beleidigung und wegen eines Verstoßes gegen das Waffengesetz.

Bereits zehn Tage zuvor musste die Polizei wegen einer rassistisch motivierten gefährlichen Körperverletzung in Haidhausen eingreifen. Ein 41 Jahre alter gebürtiger Nigerianer ging nachts gegen 1.50 Uhr zur Haltestelle Haidenauplatz, um mit der Trambahn nach Hause zu fahren, als ihm plötzlich ein Mann in den Weg trat und den Durchgang versperrte. Als ihn der 41-Jährige laut Polizei mit den Worten „Was los, Bruder?“ fragte, holte der Angesprochene ein Pfefferspray hervor und sprühte dem Nigerianer mitten ins Gesicht. Dazu schrie der Angreifer: „Ich bringe alle Ausländer um.“ Die Polizei nahm den 54-jährigen Russen fest.



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