„Islamischer Staat ist mit dem belgischen Gesetz konform“

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Der Belgier Redouane Ahrouch wünscht sich Belgien als einen „100 Prozent reinen islamischen Staat, wie zur Zeit unseres lieben Propheten Mohammed“, schreibt „Sputnik-News“. Er ist Mitbegründer der Partei „Islam“, die am Sonntag bei den belgischen Kommunalwahlen antrat. Laut Ahrouch soll der islamische Staat mit dem belgischen Gesetz konform sein.

 

Für seine Partei sieht er gute Chancen bei den Wahlen in Belgien. Seiner Ansicht nach würden ja ab 2030 hauptsächlich Muslime in Brüssel leben, so der Parteivorsitzende. Die Partei hat nach eigenen Angaben 313 Mitglieder.

Islam-Partei verlor Sitz im Brüssler Stadtteil Sint-Jans-Molenbeek

Bei der belgischen Kommunalwahl am Sonntag allerdings verlor die Islam-Partei ihren Sitz im Brüssler Stadtteil Sint-Jans-Molenbeek und fiel damit aus dem Gemeindeparlament heraus. Dort und im Bezirk Brüssel-Stadt war sie zu den Kommunalwahlen am Sonntag angetreten.

Zur Erinnerung:  Molenbeek gelangte bereits im Jahr 2001 in die Schlagzeilen. Der Mörder des afghanischen Kriegshelden und Schrecken der Taliban, Abdessatar Dahmane, namens Ahmed Schah Massoud, war Stammgast des für seine radikalen Positionen bekannten Islamischen Zentrums in Molenbeek in der Rue du Manchester Nr. 18.  Doch nicht nur er, auch Hassan El Haski, der mutmaßliche Drahtzieher der Anschläge von Casablanca (2003, 41 Tote) und Madrid (2004, 200 Opfer), hielt sich dort öfter auf, berichtete „Die Presse“.

Zudem stammten aus Molenbeek die Waffen, die im Januar 2015 beim Anschlag auf die französische Satirezeitschrift „Charlie Hebdo“ eingesetzt wurden. Auch der französische Jihadist Mehdi Nemouche, der für das Blutbad 2014 im jüdischen Museum in Brüssel verantwortlich ist, wohnte hier. Und von Molenbeek aus brach im August 2015 Ayoub El Khazzani zum versuchten Anschlag auf den Schnellzug Amsterdam-Paris auf.

Ahrouch selbst ist bislang Stadtrat in Anderlecht. Seine Liste wurde allerdings nicht zur jetzigen Wahl zugelassen. Daher hat er sein Mandat verloren. Nach Angaben der Verwaltung von Anderlecht lagen nicht genügend gültige Unterschriften vor. Ahrouch sagte dazu: „Ich habe alle Rechtsmittel eingelegt, um meinen Ausschluss in Anderlecht anzufechten.“

Ginge es nach Ahrouch, würden Männer und Frauen in Belgien im Bus getrennt sitzen, es gebe Halal-Essen in den Schulkantinen und auf den Wahllisten gibt es möglichst keine Frauen. Das französische Magazin „Causeur“ beschrieb die Parteiagenda so: „Ersetze alle Zivil- und Strafgesetzbücher durch die Scharia. Punkt.“

Belgischer Politiker: „Die Einführung der Scharia bedeutet, dass es keine Debatten mehr gibt“

Auf politischer Ebene bekommt der Parteivorsitzende Ahrouch Gegenwind. Zur Idee, Männer und Frauen im Nahverkehr zu trennen, schrieb der belgische Asyl-Staatssekretär Theo Francken, Politiker der flämisch-nationalistischen N-VA, auf Twitter: „Das ist nicht Europa, das ist Spucken auf Europa“. Der Fraktionsvorsitzende der N-VA im Parlament, Peter De Roover, warnte zudem: „Die Einführung der Scharia bedeutet, dass es keine Debatten mehr gibt.“

Auch im privaten Bereich steht Ahrouch unter Druck. So verlor er beim Nahverkehrsbetrieb STIB/MIVB seinen Job. Eine Sprecherin des Unternehmens sagte: „Natürlich respektieren wir die Redefreiheit, aber wir können die Ideen der Islam-Partei aus Gründen der Diskriminierung nicht akzeptieren.“

Auch der Politologe Dave Sinardet von der Freien Universität Brüssel meint: „Es ist offensichtlich, dass ihre Ideologie an eine Form von radikalem und fundamentalistischem Islam angelehnt ist.“

Ahrouch, der 25 Jahre als Busfahrer tätig war, schrieb als Reaktion auf seine Kündigung bei Facebook, dass er nun seine gesamte Zeit der islamischen Befreiung seiner geliebten Bevölkerung widmen könne: „Der Kampf geht weiter“, so Ahrouch. (er)

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