AfD startet Landtagswahlkampf: 1600 Menschen demonstrieren

5
0


Hessen

AfD startet Landtagswahlkampf: 1600 Menschen demonstrieren

| Lesedauer: 2 Minuten

Protest gegen die AfD Protest gegen die AfD

Demonstranten des Bündnisses „Keine AfD in den Landtag“ sind zu sehen. Foto: Boris Roessler

Quelle: dpa-infocom GmbH

Gegen den Einzug der AfD in den Landtag demonstriert in Wiesbaden ein breites Bündnis. Wenig später eröffnet die Partei ihren Wahlkampf. Gewählt wird am 28. Oktober.

Wiesbaden(dpa/lhe) – Rund 1600 Menschen haben in Wiesbaden friedlich gegen den Wahlkampfauftakt der AfD zur Landtagswahl demonstriert. Zu der Demonstration am Sonntag hatte das Bündnis «Keine AfD in den Landtag» aufgerufen, in dem sich unter anderem Gewerkschaften, mehrere Parteien, der Zentralrat der Muslime und die Katholische Arbeitnehmerbewegung zusammengeschlossen haben. Redner verschiedener Organisationen warfen der AfD vor, die Gesellschaft zu spalten.

Am anschließenden Wahlkampfauftakt der AfD im Bürgerhaus Wiesbaden-Erbach nahmen nach Polizeiangaben etwa 220 Menschen teil. Zu Zwischenfällen sei es nicht gekommen. AfD-Gründungsmitglied und Bundestagsabgeordneter Albrecht Glaser sagte zu Beginn: «In Hessen werden wir mehr Stimmen erringen, als sich heute alle vorstellen.» Mit Blick auf die vorangegangene Demonstration sagte der frühere Frankfurter Kommunalpolitiker: «Wenn die vom Landtag auf die Straße gehen, gehen wir von der Straße in den Landtag.» Der rheinland-pfälzische AfD-Vorsitzende Uwe Junge versprach Unterstützung von der anderen Seite des Rheins. Es sei Zeit, dass es eine «Achse der neuen Aufrichtigkeit» gebe.

Bei der Demonstration hatte Hessens SPD-Chef Thorsten Schäfer-Gümbel eine Verrohung der Sprache und der politischen Kultur moniert und gesagt, er wolle kein Zurück zur Ideologie der 1950er Jahre. Er sei gekommen, um ein Signal «gegen Schranken im Kopf» zu senden. Der Spitzenkandidat der Grünen, Wirtschaftsminister Tarek Al-Wazir, sagte: «Wir überlassen es nicht den Rechten, darüber zu diskutieren, was Heimat ist und wer dazu gehört.» Die Fraktionsvorsitzende der Linken, Janine Wissler, forderte die Menschen auf, sich «für eine tolerante Gesellschaft einzusetzen».

Auf Plakaten der Demonstranten war unter anderem zu lesen: «Nie wieder Faschismus!» und «Is doch ekelhAFD» oder «Aufstehen gegen Rassismus! Unsere Alternative ist Solidarität!».

Die CDU beteilligte sich nicht an dem Protest. «Wir zeigen Flagge. Das machen wir politisch, aber nicht auf Demonstrationen», hatte Fraktionssprecher Christoph Weirich erklärt. Die FDP war nicht eingeladen, ihr Landesvorsitzender Stefan Ruppert kritisierte jedoch, eine solche Demonstration spiele nur der AfD in die Karten.

Aufruf zur Demo

AfD-Veranstaltung

Homepage AfD



Quelle: