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Schüler erfolgreich gegen Rassismus

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Schüler erfolgreich gegen Rassismus

Seine rassistischen Facebook-Postings sind einem Bäcker aus Dormagen zum Verhängnis geworden. Schüler eines Gymnasiums entdeckten sie im Netz und trafen eine Entscheidung – mit Folgen für den Bäcker.

in Bäcker aus Dormagen hat mit rassistischen Kommentaren auf Facebook nicht nur die Schüler eines Gymnasiums gegen sich aufgebracht –sondern auch sein Geschäft ruiniert. Die Schüler drängten darauf, dass die vom Förderverein betriebene Cafeteria den Vertrag mit der Bäckerei kündigte.

Werner M., der gleichzeitig die Familienbäckerei führt und als Tierarzt arbeitet, sagte „Spiegel Online“, die Zukunft seiner Bäckerei sei nun ungewiss. Er habe wegen der Rassismus-Vorwürfe nicht nur den Förderverein der Schule, sondern noch einen weiteren großen Kunden verloren.

In seinem Facebook-Profil, das mittlerweile nicht mehr auffindbar ist, schrieb demnach Bäcker M. am 29. Februar: „Wenn die Afrikaner uns überrennen, ist das anscheinend gut. Gut für die Ausrottung der eigenen Rasse. Der Suizid ist von mir nicht gewollt.“ Diesen und noch andere rassistische Einträge entdeckte eine Neuntklässlerin des Leibniz-Gymnasiums und informierte die Schülervertretung.

Die Schüler und auch etliche in der Cafeteria engagierte Eltern reagierten empört und kündigten den Vertrag mit der Bäckerei. Wirtschaftlich ein herber Schlag für den Unternehmer, denn immerhin lieferte er täglich 300 bis 400 Brötchen und Teilchen in die Schulcafeteria.

Hohe Wellen in den Netzwerken

Bäcker M. weist die Rassismus-Vorwürfe zurück. Er fühle sich missverstanden, sagte er der „Neuß-Grevenbroicher Zeitung“. „Ich bin kein Rassist“, so der 52 Jahre alte Bäcker. Er habe nur Angst. Und die habe er geäußert.

Der Fall wird in den Netzwerken heiß diskutiert. Nach dem Bericht der Lokalzeitung schlug das Thema hohe Wellen. Einige User sahen sich durch den Fall an den Boykott von jüdischen Händlern zu Beginn der Nazi-Diktatur erinnert. Andere rückten den Bäcker in die Nähe von Nazis und warfen ihm ebenfalls Rassismus vor.

Mittlerweile hat sich auch der Bürgermeister von Dormagen, Erik Lierenfeld, eingeschaltet und bemüht sich um Deeskalation.

 

https://www.welt.de/politik/deutschland/article153651051/Schule-kuendigt-Cafeteria-Baecker-nach-Rassismus.html