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Abdelkarim Deutsch-marokkanischer Comedian spricht über Alltags-Rassismus

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Abdelkarim wurde 1981 als Sohn marokkanischer Eltern in Bielefeld geboren. Seit über zehn Jahren steht er auf der Bühne, ist Stammgast in diversen TV-Comedyshows. In einem Interview hat der 36-Jährige nun über Alltagsrassismus, Islam-Anfeindungen und Political Correctness gesprochen.

Gerade erst wurde er mit seiner Bundestagswahl-Sendung „Endlich Klartext – Der große RTLII Politiker-Check“ mit dem Deutschen Fernsehpreis in der Kategorie „Beste Information“ ausgezeichnet. Für das Infotainment-Format fühlte KabarettistAbdelkarim Politikern der sechs großen Parteien auf den Zahn, brachte sie in Gesprächen durch unaufdringliches, aber geschicktes Nachbohren teils mächtig ins Schlingern. Der 36-Jährige mit marokkanischenWurzeln wurde in Bielefeld geboren, studierte Jura. Aktuell tourt er als „Staatsfreund Nr. 1″ durch Deutschland, spielt in seinem Programm mit Themen zur Gesellschaftspolitik und seinem marokkanischen Background.

Im Interview mit „Neon“sprach Abdelkarim jetzt über über Alltagsrassismus und die Wahrnehmung des Islamin Zeiten der AfD. Über Vorurteile zu seinem Äußeren angesprochen, erzählte er dem Magazin von einer Begegnung mit einem Münchner Polizisten. Der hätte ihn ein, zwei Minuten von der Seite angeschaut. „Dann kam er zu mir und sagte: ‚Ich war mir jetzt nicht sicher: Kenne ich Sie aus dem Fernsehen, oder haben wir schon beruflich miteinander zu tun gehabt?'“

Islam-Anfeindungen sind nicht erst mit dem 11. September ausgeartet

Nach dem „Rechtsruck“ in Deutschland gefragt, erklärte der Comedian, dass es Rassismus schon immer gegeben hätte. Nicht erst mit den Terror-Anschlägen von 2001 seien die Islam-Anfeindungen ausgeartet, meint Abdelkarim und erinnert an den rassistisch motivierten Brandanschlag in Solingen 1993 [fünf Menschen türkischerAbstammung starben in dem Feuer, Anm. d. Redaktion]. Er erklärt: „Mein persönlicher Eindruck ist, dass durch die AfDund durch das Internet alles ein bisschen asozialer geworden ist.“ So würden sich einige Leute keine Zeit mehr nehmen, sondern „Sachen einfach so raus hauen“. Dies treffe zwar nur auf eine Minderheit zu, die Krux sei aber, dass diese mehr auffalle als diejenigen, die „sachlich und ohne Ausrufezeichen diskutieren wollen“.

Abdelkarims Rezept, um mit diesem Missstand umzugehen: „Man darf diesen ganzen aggressiven Menschen nicht zu viel Raum geben. Sonst glaubt man am Ende, alle Menschen seien so.“

 

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