Start Gewalt/ Sachschaden Islamische Gemeinschaft Millî Görüs: Polizei prüft Hinweise auf Moschee-Anschlag in Ulm

Islamische Gemeinschaft Millî Görüs: Polizei prüft Hinweise auf Moschee-Anschlag in Ulm

14
0

Islamische Gemeinschaft Millî Görüs: Polizei prüft Hinweise auf Moschee-Anschlag in Ulm

Die Polizei geht beim Anschlag einer Moschee in Ulm offenbar Hinweisen nach, dass der Angriff mit Molotow-Cocktails politisch motiviert gewesen sein könnte. Der Gründer der Gemeinde gilt als Erdogan-Vertrauter.

Ulm – Die Polizei in Ulm prüft Hinweise auf einen Brandanschlag auf eine Moschee. „Wir wissen, dass es etwas gab und gehen nun den näheren Umständen nach“, sagte eine Sprecherin am Montag. Zu Mutmaßungen, wonach es einen Zusammenhang zum militärischen Vorgehen der Türkei gegen Kurden im syrischen Afrin geben könnte, äußerte sich die Polizei nicht. Zuvor hatte die Islamische Gemeinschaft Millî Görüs (IGMG) auf Facebook mitgeteilt, auf ihre Moschee in Ulm sei in der Nacht zum Montag ein Brandanschlag mit Molotow-Cocktails verübt worden.

Das Feuer sei unter Kontrolle gebracht worden, hieß es auf Türkisch. Auf Facebook-Fotos von IGMG waren eine rauchgeschwärzte Kellerfassade und drei mit Lappen zugestopfte Flaschen hinter einer Polizeiabsperrung zu erkennen. Am Morgen war davon an der betroffenen Straßenecke nichts mehr zu sehen, möglicherweise weil aufgeräumt wurde.

 Gründer der Gemeinde war Erdogan-Vertrauter

Die Islamische Gemeinschaft Millî Görüs („Nationale Sicht“) war in der Türkei von dem islamisch-konservativen Politiker Necmettin Erbakan gegründet worden, der 2011 starb. Er war unter anderem 1996/97 Ministerpräsident und galt als enger Vertrauter des Staatspräsidenten Recep Tayyip Erdogan.

  • Im baden-württembergischen Ulm haben Unbekannte zwei Brandsätze gegen ein Wohnhaus geworfen, in dem sich auch eine Moschee und ein türkischer Obst- und Gemüseladen befinden.
  • Polizisten konnten das Feuer schnell löschen. Verletzte gab es keine.
  • Ulms Bürgermeister Gunter Czisch verurteilt den Anschlag scharf.

Im baden-württembergischen Ulm ist es in der Nacht auf Montag zu einem erneuten Anschlag auf eine muslimische Einrichtung gekommen. Demnach haben Unbekannte zwei Brandsätze gegen ein Wohnhaus geworfen, in dessen Hinterhof sich auch eine Moschee befindet. Der Polizei zufolge zündete einer der Brandsätze. Das vor der Fassade entstandene Feuer konnte jedoch von einer Streife rasch gelöscht werden, sodass es keine Verletzten gab. Zeugen hatten das Feuer gegen drei Uhr in der Nacht gemeldet. In der Nähe des Tatortes fanden die Polizisten drei weitere Glasflaschen mit brennbarer Flüssigkeit. Die Polizei leitete sofort eine Fahndung ein.

Neben zahlreichen Wohnungen befindet sich in dem Haus auch ein türkischer Obst- und Gemüseladen, der aber ebenso wenig wie die Moschee beschädigt wurde. Das Gebetshaus im Hinterhof wird von der Islamischen Gemeinschaft Millî Görüş (IGMG) betrieben.

Ulms Oberbürgermeister Gunter Czisch (CDU) verurteilte den Anschlag scharf: „Egal, welche Motive die oder der Täter für sich reklamieren: Hier wurde fahrlässig und unverantwortlich mit dem Leben und der Gesundheit von Menschen gespielt.“ Zudem fügte er hinzu: „Nicht vorzustellen, was hätte passieren können, wenn ein Feuer nachts in dem Haus, das von vielen Familien bewohnt wird, ausgebrochen wäre.“ Neben der Stadt zeigten sich auch religiöse Verbände erschrocken. Die Sprecher des Ulmer Rats der Religionen, Volker Bleil (evangelische Kirchengemeinde), Israfil Polat (DITIB Moscheeverein) und Shneur Trebnik (jüdische Synagoge) äußerten Sorge und Betroffenheit angesichts „eines möglichen politischen oder religiösen Motivs“.

Zu Mutmaßungen, wonach es einen Zusammenhang zum militärischen Vorgehen der Türkei gegen Kurden im syrischen Afrin geben könnte, äußerte sich die Polizei nicht. In den vergangenen Tagen waren bundesweit mehrere Moscheen, Kulturzentren und Geschäfte mit türkischem Hintergrund zum Ziel von Brandanschlägen und anderen Attacken geworden.

Source: www.stuttgarter-zeitung.de/inhalt.islamische-gemeinschaft-mill-goerues-polizei-prueft-hinweise-auf-moschee-anschlag-in-ulm.c92b03c6-0dc8-41fe-bc00-d6c6dbcc33e7.html

Facebook Comments