Pakistan: Erstmal schnell die Korruption abschaffen

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Lange hatte Imran Khan, Chef der von ihm gegrndeten Partei PTI, auf diesen Moment warten mssen. Nun, nach 22 Jahren, wurde der ehemalige Kricket-Star bei der dritten zivilen Regierungsbergabe in der 70-jhrigen Geschichte Pakistans endlich Premierminister. Am Samstag legte er im Prsidentenpalast in Islamabad den Amtseid ab. Seine Partei Tehreek-e-Insaf (PTI) hatte bei der Wahl vier Millionen Stimmen mehr erhalten als die bisherige Regierungspartei „Pakistan Muslim League“ (PMLN) unter Fhrung des wegen Korruption verurteilten Nawaz Sharif. 

Das von Imran Khan verkndete „Neue Pakistan“ verkrpert das Ende jahrzehntelanger Herrschaft durch die einander an der Regierung abwechselnden Parteien Muslimliga-Nawaz (PML-N) und Pakistanische Volkspartei (PPP), immer wieder unterbrochen durch Perioden, in denen das Militr an der Macht war.

„Unter mir wird strikte Rechenschaftspflicht gelten“, sagte Khan bei seiner Antrittsrede. „Jeder, der dieses Land geplndert hat, wird zur Verantwortung gezogen.“ Binnen drei Monaten, so hatte er es im Wahlkampf behauptet, werde er die Korruption ausrotten. Das sind vollmundige Sprche eines Mannes, der keine Regierungserfahrung besitzt. 

Und die Aufgaben, die ihn erwarten, sind nicht leicht: Als erstes wird er eine wirtschaftliche Krise bewltigen mssen. Pakistan besitzt Whrungsreserven von neun Milliarden US-Dollar – gerade genug fr die Importe von zwei Monaten. Experten gehen davon aus, dass Khan bald einen Handel mit dem Internationalen Whrungsfonds (IWF) ber einen Kredit von zwlf Milliarden US-Dollar aushandeln muss. 

Allerdings droht die US-Regierung in Washington, ihr Veto gegen jede IWF-Vereinbarung einzulegen, die Pakistans neuen groen Freund und Geldgeber China bevorteilen wrde. Damit fllt sogar Imran Khans Finanzlage in den Bereich regionaler Machtpolitik im atomaren Feuerherd der drei Nuklearmchte China, Indien und Pakistan, in dem Islamabads Generle das letzte Wort beanspruchen. Die vorherrschenden Gegenstze sind freilich nicht in Stein gemeielt. Denn bei den Nato-Partnern der USA von Kanada bis nach Berlin, die vor allem das Problem Afghanistan umtreibt, reift angesichts des Debakels am Hindukusch seit 2001 die Erkenntnis, dass Milliarden von Hilfsgeldern fr Kabul verschwendet waren. 
„Wir htten Pakistans strategische Interessen in Afghanistan strker bercksichtigen mssen“, sagt ein europischer Diplomat, „dann wre das Problem Taliban wahrscheinlich langst unter Kontrolle.“ Nun hoffen Diplomaten, das mit Imran Khan und Generalstabschef Qamar Javed Bajwa ein Neuanfang unter dieser Prmisse mglich sein knnte. 

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