Rechte Gewalt in den USA nimmt zu – Ausland

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In der amerikanischen Hauptstadt ist die Kritik an Donald Trumps erhitzter Rhetorik nach einer Serie politisch motivierter Anschläge und Ermordungen am Montag lauter geworden. In der vergangenen Woche waren zwei Afroamerikaner von einem weissen Rassisten in einem Supermarkt in Louisville im Staat Kentucky erschossen worden, auch wurde ein Anhänger Trumps als mutmasslich Verantwortlicher für die Paketbomben verhaftet, die an führende Demokraten und Kritiker des Präsidenten verschickt worden waren.

Am Samstag wurden in einer Synagoge in Pittsburgh elf Menschen offenbar wegen ihres jüdischen Glaubens ermordet. Trump verurteilte die Verbrechen, sorgte jedoch am Sonntag mit mehreren Tweets neuerlich für Unmut. Nachdem der Milliardär und Trump-Kritiker Tom Steyer dem Präsidenten vorgeworfen hatte, «politische Gewalt» zu schüren, beschimpfte ihn Trump in einem Tweet als «verrückten und stolpernden Wahnsinnigen». Ebenso wie der jüdische Financier George Soros hatte auch Steyer in der Vorwoche ein Paket mit einem Sprengsatz erhalten.

Nach seiner Attacke auf Steyer beschuldigte Trump die Medien, «Republikanern und Konservativen die Spaltung und den Hass anzulasten, die seit langem in unserem Land existieren». Kritiker in US-Medien werfen dem Präsidenten jedoch vor, mit seiner Sprache radikale Elemente in der amerikanischen Gesellschaft zu ermuntern und mit seinen Tiraden gegen Migranten vorsätzlich Hass zu schüren. Der Präsident müsse begreifen, dass er aufgrund seines Amtes eine besondere Verantwortung trage. «Die Idee, wonach Trump und Konservative keine Verantwortung für die Stimmungsmache gegen Migranten und Flüchtlinge tragen, ist wirklich lächerlich», äusserte sich beispielsweise der neokonservative Publizist William Kristol.

Rassistisch motivierte Gewalt nimmt zu

Laut FBI-Statistiken ist die Zahl rechtsextremer Terrorakte und politisch motivierter Verbrechen gegen Minderheiten, Juden und Muslime (Hate Crimes) in den vergangenen Jahren stetig angestiegen. 2016 verzeichnete die Behörde insgesamt 6121 Verbrechen gegen Minderheiten, Homosexuelle, Juden und Muslime. Jüngere Zahlen hat das FBI noch nicht veröffentlicht. 2014 waren es noch 5479 Hate Crimes. Allerdings lagen die Zahlen auch schon höher. 2010 verzeichnete das FBI über 6600 Verbrechen gegen Angehörige einer spezifischen Gruppe.

Das Government Accountability Office, eine unabhängige staatliche Investigativbehörde, warnte 2017, dass rechtsextreme Terroristen seit 9/11 insgesamt 62 Verbrechen verübt hätten und Islamisten für 23 Anschläge verantwortlich seien. Islamistische Terroristen hätten in diesem Zeitraum 119 Amerikaner getötet, Rechtsextreme 105.

Laut einer Studie des Medienportals «Quartz», die auf Forschungen der Universität Maryland basierte, hatten fast zwei Drittel der Terroranschläge 2017 «einen Zusammenhang mit rassistischen, antimuslimischen, homophoben, antisemitischen, faschistischen, antistaatlichen oder ausländerfeindlichen Motiven». Der Rest der Anschläge gehe auf das Konto von Linksradikalen sowie Islamisten.

(Tages-Anzeiger)

Erstellt: 30.10.2018, 19:54 Uhr



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