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Jetzt spricht die Mutter des ermordeten Mädchens

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Jetzt spricht die Mutter des ermordeten Mädchens

Der Mord an der kleinen Hadish erschüttert das Land. Welche Bestie hat uns das angetan? , fragt die Mutter der Kleinen im Heute -Interview.

Trauriger kann ein Muttertag nicht sein: Zarema G. sitzt in ihrer Wohnung, sieht Bilder an und weint – um ihre ermordete Tochter Hadish. Zu „Heute“ sagt sie: „Ich weiß nicht, wie ich weiterleben soll.“

„Mama, ich liebe dich von ganzem Herzen“, schrieb Hadish mit schwarzem Filzstift auf eine grüne Karte und verzierte sie mit einem Schmetterling und einem Herz. Ihrer Mutter Zarema konnte sie das rührende Geschenk nicht mehr übergeben – denn die Siebenjährige wurde am Freitag in Wien-Döbling ermordet, als sie im Hof spielte.

„Sie war unser Sonnenschein“

„Heute“ sprach am Muttertag mit der vom Schicksal gebeutelten Sechsfach-Mutter.„Ich kann einfach nicht fassen, was passiert ist. Ich will nicht glauben, dass meine süße Hadish nicht mehr bei der Tür hereinkommen wird.“
Die Alleinerzieherin – ihr Mann sitzt in Haft – stellt sich nur eine Frage: „Welche Bestie hat mir das angetan? Denn ein Mensch, der nur etwas Herz hat, kann so etwas nicht machen. Sie war so ein liebes Mädchen – unser Sonnenschein. Ich weiß nicht, wie es jetzt weitergehen soll.“

Erstklässlerin lernte laut Mama „brav“

Dann holt Zarema G. ein Fotoalbum aus dem Kasten. Sie zeigt ein Bild ihrer Tochter, das der Schulfotograf vor Kurzem aufgenommen hat. Hadish wirkt fröhlich – und war es laut ihrer Mutter auch: „Sie ging in die erste Klasse Volksschule, hier im 19. Bezirk, und hat brav gelernt. Sie hat nie Probleme gemacht, nur mit einem Nachbarsmädchen hatte sie immer wieder Streit.“

„Wer bringt ein Kind um?“

Welche Hobbys hatte die Kleine? Im Kinderzimmer parkt ein rosa Puppenwagen mit Babyborn: „Ich habe ihn meiner Tochter erst vorige Woche geschenkt – sie war so stolz, als sie damit im Hof auf und ab fuhr.“ 
Zurück im Wohnzimmer laufen der 35-Jährigen bittere Tränen der Verzweiflung über die Wangen. Sie schluchzt: „Hadish hat niemandem etwas getan. Warum bringt jemand ein unschuldiges Kind um und entsorgt es wie ein Stück Abfall?“

„Will sie nocheinmal sehen“

Doch wie kam es zur Tragödie? „Hadish spielte mit ihrer 13-jährigen Schwester im Hof. Plötzlich war sie weg. Wir haben alles abgesucht – vergeblich. Die Polizei kam erst nach Stunden.“ 
Am Samstag dann der entsetzliche Fund ihrer Leiche im Müll. Zarema G. identifizierte ihre Tochter anhand der Kleidung: „Polizisten zeigten mir Fotos am PC. Das Gewand war nicht blutig – das beruhigt mich ein bisschen. Ich möchte mein Kind aber unbedingt noch einmal sehen.“

Wer aber tötete das Mädchen? Mama Zarema: „Es war bestimmt jemand aus diesem Hof – das spüre ich. Ich hoffe, dass die Polizei den Täter findet und er eine harte Strafe bekommt.“

InfoboxWer ist der Killer aus dem Gemeindebau?

Warum musste die kleine Hadish (7) sterben – diese Frage beschäftigt seit Samstag das Land und die Mordermittler der Kripo. Fakt ist: Das Mädchen mit tschetschenischen Wurzeln wurde erstochen, in Plastik gewickelt und im Restmüll entsorgt. Bei der Obduktion wurden keine Anzeichen auf ein Sexualdelikt festgestellt, so Polizeisprecherin Irina Steirer. Ob das Kind bekleidet war und ob die Tatwaffe sichergestellt wurde, wollte Steirer nicht sagen.
Im Ditteshof in Wien-Döbling ist man indes sicher: Der Mörder muss hier leben. Ein Fremder hätte doch niemals die verpackte Leiche unauffällig in der abgesperrten Müllinsel im Innenhof entsorgen können, erzählte ein Nachbar. War die Bluttat an der kleinen Hadish perfide geplant? Unklar. Gegen eine Tat aus Wut spricht, dass ein einziger Stich in Hadish‘ Hals ihr Leben beendete. Doch wer ist der eiskalte Killer aus dem Gemeindebau? Die Polizei ermittelte auch am Sonntag auf Hochtouren. Laut Heute-Infos legte sie Nachbarn, die etwas gesehen haben könnten, Fotos vorbestrafter Mieter vor. Jeder verdächtigt jetzt jeden, schildert ein Anrainer.

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