Start Allgemein Nach „Kopftuchmädchen“-Hetze von Weidel: So sichert Muslima deutschen Wohlstand

Nach „Kopftuchmädchen“-Hetze von Weidel: So sichert Muslima deutschen Wohlstand

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Kaum eine andere AfD-Rede sorgte für so viel Empörung wie die von Fraktionschefin Alice Weidel am Mittwoch. Zum Auftakt der Generaldebatte sagte sie im Bundestag: „Burkas, Kopftuchmädchen und alimentierte Messermänner und sonstige Taugenichtse werden unseren Wohlstand, das Wirtschaftswachstum und vor allem den Sozialstaat nicht sichern.“

Für diese rassistische Äußerung fing sie sich eine Rüge von Bundestagspräsident Wolfgang Schäuble (CDU) ein.

Wie falsch Weidel mit ihrer Behauptung liegt, zeigt Sara Naggar. Sie ist Unternehmerin – und eine von denen, die Weidel als „Taugenichtse“ beschimpft. Denn auch sie trägt ein Kopftuch.

„Es macht mich sehr traurig, dass so etwas im Bundestag gesagt wird,“ sagt Naggar, deren Vater aus Syrien nach Deutschland kam. „Vor allem, weil es gar nicht stimmt.“ Dafür ist sie selbst der beste Beweis: Die 27-Jährige Hessin hat vor vier Jahren ihr eigenes Unternehmen in Deutschland gegründet. Für ihr Label entwirft sie Damenbekleidung, aber auch Schals, Turbane und Hijabs, also islamische Kopftücher. Anfangs vertrieb sie die Kleidungsstücke über einen Online-Shop, vergangenen Sonntag öffnete sie auch ihren ersten Laden in Rüsselsheim.

Weidels Aussage zeugt von Unwissenheit

Weidels Äußerungen zeugt für die Unternehmerin vor allem von Unwissenheit: „Wenn sie sich mit der Geschichte Deutschlands auskennen würde, wüsste sie, dass die Muslime Deutschland mit aufgebaut haben,“ erklärt sie. Damit spielt Naggar auf die Nachkriegszeit an, als zahlreiche Gastarbeiter aus islamisch geprägten Ländern wie der Türkei, Marokko und Tunesien nach Deutschland kamen und so den ökonomischen Aufschwung mit ermöglichten.

Auch Naggars eigene Familienmitglieder sind alles, nur keine „Taugenichtse“. Nachdem ihr Vater als junger Mann aus Syrien nach Deutschland kam, arbeitete er hier als Tierarzt. Ihre beiden Brüder sind ebenfalls erfolgreich, einer von ihnen ist einer der größten Hersteller von Nahrungsergänzungsmitteln, erzählt Naggar und fügt lachend hinzu: „Die zahlen auch beide Steuern.“

Ihr Laden schafft Arbeitsplätze

Genauso wie Naggar selbst, ihr Geschäft läuft gut. „Ich zahle selbst jeden Monat eine hohe Summe an Steuern,“ betont die Hessin. „Das tut zwar weh, aber das gehört natürlich dazu.“ Ihr Erfolg kann sich sehen lassen: Am Tag der Eröffnung kamen über 400 Gäste, auf Instagram hat ihr Label mehr als 80.000 Follower. Und es reicht, um in Deutschland Arbeitsplätze zu schaffen. Momentan hat sie drei Praktikantinnen und zwei feste Mitarbeiterinnen. „Zwei davon haben auch ein Kopftuch,“ sagt sie lachend. Naggar trägt mit ihrem kleinen Label zum Wohlstand in Deutschland bei – und straft Weidels Aussage Lügen.

Im Video: Nüchterne Reaktion: Diesmal ließ der Bundestag Weidels Provokation ins Leere laufen



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