Start Gewalt/ Sachschaden Schaffner will dunkelhäutige SPD-Frau aus Abteil werfen: Bahn entschuldigt sich

Schaffner will dunkelhäutige SPD-Frau aus Abteil werfen: Bahn entschuldigt sich

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Es sind ungeheure Vorwürfe: Die SPD-Abgeordnete Giorgina Kazungu-Haß hatte FOCUS Online berichtet, von einem Schaffner der Deutschen Bahn in einem Zug rassistisch behandelt worden zu sein. Der Mann habe sie und ihre Familie aus der Ersten Klasse werfen wollen, obwohl sie eine entsprechende Fahrkarte besaßen. Jetzt äußert sich die Deutsche Bahn erstmals zu den schwerwiegenden Rassismus-Vorwürfen..

Gegenüber FOCUS Online teilte Bahn-Sprecher Jürgen Kornmann mit, dass man die Vorwürfe „sehr ernst“ nehme. Der Vorfall sei zusammen mit Kazungu-Haß „intensiv und lückenlos aufgeklärt“ worden. Man bedauere den Vorfall „außerordentlich“ und sei bestrebt, gemeinsam mit Kazungu-Haß zu erörtern, wie solche Situationen künftig vermieden werden können.

Kornmann: Der Schaffner wollte die Familie nicht rassistisch beleidigen

Die Bahn hat mittlerweile auch mit ihrem Mitarbeiter gesprochen. Der betreffende Schaffner habe laut Kornmann gesagt, dass er zu „keinem Zeitpunkt“ die Familie Kazungu-Haß „unangemessen behandeln oder gar rassistisch beleidigen“ wollte. Offensichtlich habe auf beiden Seiten eine „unterschiedliche Einschätzung der Situation“ vorgelegen.

Was genau mit dieser Formulierung gemeint ist, bleibt unklar. Schließlich waren die Schilderungen der SPD-Abgeordneten ziemlich eindeutig.  Kazungu-Haß sagt, dass der Schaffner nicht einmal ihre Fahrkarten sehen wollte. Er habe sie sofort aus dem Abteil werfen wollen. Laut der SPD-Frau soll der Schaffner gesagt haben, dass dies die 1. Klasse sei und man hier ein „Extraticket“ brauche. „Er hat gesagt: ‚Ihr müsst hier raus‘“, so die SPD-Politikerin. Dabei habe er betont langsam und überdeutlich gesprochen, so als würden Kazungu-Haß und ihre Familie kein Deutsch verstehen. Dabei ist sie in Deutschland geboren und hat ausschließlich den deutschen Pass.

Der Schaffner bedauere den Vorfall laut Bahn „aufrichtig“ und entschuldige sich für sein „möglicherweise unbedachtes Handeln“, wie es in dem Statement heißt. Er sei seit 20 Jahren im Dienst und weder bei Kunden noch Kollegen oder Vorgesetzten fremdenfeindlich aufgefallen.

Die Deutsche Bahn habe heute über den Vorsitzenden der Regionalleitung für den Bereich Mitte, Frank Klingenhöfer, Kontakt zu Kazungu-Haß aufgenommen und sich für die empfundenen Unannehmlichkeiten entschuldigt, so Kornmann weiter. Klingenhöfer werde morgen gemeinsam mit der SPD-Politikerin über weitere Maßnahmen sprechen.

Die Bahn positioniere sich „ausdrücklich gegen Rechtsextremismus“. Sie stelle sich der „Verantwortung, sich aktiv mit Rassismus auseinanderzusetzen“.

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Quelle:

https://m.focus.de/politik/deutschland/vorfall-im-zug-rassistischer-vorfall-um-spd-politikerin-deutsche-bahn-entschuldigt-sich_id_9050354.html

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