Islamische Welt – Der Untergang des Morgenlandes

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Die arabisch-islamische Welt stellt mittlerweile einen nahezu durchgehenden Krisenbogen dar, heimgesucht von Kriegen, Staatszerfall, Stagnation und Gewalt. Sichtbarstes Zeichen dieses Niedergangs ist der Terror, verkörpert etwa von Al Qaida oder dem „Islamischen Staat“. Ist nun die Religion, der Islam, ursächlich dafür verantwortlich, wie weite Teile der hiesigen, der westlichen Öffentlichkeit glauben? Der Eindruck liegt nahe, berufen sich doch Dschihadisten ebenso auf den Islam wie auch die meisten Herrscher in der Region. Gleichwohl ist die Religion nicht Ursache der dortigen Misere, sondern deren Menetekel. Vergleichbar dem Konflikt in Nordirland, der sich entlang der Bruchlinien von Katholiken und Protestanten entzündet hat, im Kern aber ein politischer ist: In erster Linie geht es um die Verteilung von Macht und Ressourcen, auch um Fragen der Identität, gewiss nicht um biblische Exegese.

Der Niedergang Nordafrikas und Westasiens ist gleichermaßen selbst verschuldet und von außen verursacht: als Folge kolonialer und imperialer Einflussnahme seit mehr als 200 Jahren. Die Grenzen verlaufen dabei fließend. Werfen wir zunächst einen Blick auf die Verhältnisse vor Ort, allen voran auf das Unvermögen und den Unwillen der jeweiligen Machthaber, andere als Klientelinteressen zu bedienen. Entsprechend wird jedwede Opposition in der Regel gewaltsam unterdrückt. Bis es zum großen Knall kommt, zuletzt im Zuge der Arabischen Revolte 2011. Es folgt die Herrschaft von Militärs, Milizen oder Warlords, von Clans und Stämmen, von religiösen und ethnischen Gruppen – mithin Kleinstaaterei, Selbstzerstörung und Barbarei. Gegenwärtig zu besichtigen etwa in Libyen, im Jemen, in Syrien, im Irak und in Afghanistan. In den genannten Staaten waren westliche, amerikanisch dominierte Militärinterventionen allerdings der entscheidende Brandbeschleuniger, wenn nicht die Brandursache. In solchem Umfeld gedeihen verschiedene Gruppen von Dschihadisten, denen der Koran als Folie zur Rechtfertigung von Willkür, Eroberung und Terror dient.

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