Amnesty International entschuldigt sich für Geschmacklos-Titelseite mit knapp bekleideter Frau

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Das Titelbild von AIs Magazin „Glamoria“ sorgte für empörte Reaktionen.

© Screenshot

Amnesty International erntete harsche Kritik wegen der Titelseite der Zeitschrift „Glamoria“. Dort zu sehen war eine sehr leicht bekleidete Frau. Die Organisation entschuldigt sich.

München – Eine junge Frau, die sich mit offenen Haaren halbnackt auf einem Bett aus Schwimmwesten räkelt. Sie trägt einzig und allein einen Zweiteiler, der ebenfalls aus orangefarbenen Schwimmwesten besteht. Darüber in weißen Lettern: GLAMORIA. Was zunächst wie ein illustres Modemagazin wirkt, stellt sich bei näherem Betrachten als das Magazin von Amnesty International Niederlande heraus.

Titelbild sorgt für Aufregung auf Twitter

Und dieses Titelbild mit der leicht aufreizenden jungen Dame, bei der es sich um die niederländische Schauspielerin Jouman Fattal handelt, sorgte prompt für einen Aufschrei. Sexismus lautet der Vorwurf in den sozialen Medien einerseits, Trivialisierung der Flüchtlingskrise andererseits.

Auf Twitter äußert sich der User NeedsList empört mit folgendem Kommentar: „Wow @amnesty. Fail. Ihr schafft es, auf einen Streich Frauen zu verdinglichen UND die Flüchtlingskrise zu verherrlichen. So einen Müll erwarten wir nur von großen Unternehmen, die Turnschuhe verkaufen wollen, nicht von euch. Das geht besser. #glamoria.“ Ironisch findet die Twitter-Gemeinde auch, dass die Schauspielerin einst selbst ein Flüchtling war.

Amnesty International entschuldigt sich öffentlich für den Vorfall

Der Titel „Glamoria“ bezieht sich auf eine Wortschöpfung aus „Glamour“ und „Moria“, letzteres bezeichnet ein Flüchtlingslager auf Lesbos. In einer öffentlichen Stellungnahme auf der Homepage von Amnesty International entschuldigt sich die Menschenrechtsorganisation für das Titelbild. Es sei klar, so schreibt AI, dass das Magazin das Leiden und Trauma von Flüchtlingen, die ihrer Heimat entfliehen – im besonderen Frauen – bagatellisiert habe. Die Bilder hätten Geschlechterstereotypen bedient, die Frauen verletzen und zum Objekt machen. Auch die Abbildung der Schwimmwesten sei besonders verletzend für Menschen, die auf diese zum Überleben angewiesen waren. „Wir entschuldigen uns zutiefst“, schreibt die Organisation.

AI hat kurz nach dem Vorfall mit einem Austausch des Titelbildes durch ein unverfängliches Foto reagiert.

Auch Dunja Hayali erntete kürzlich viel Kritik – nach heiklen Fragen an eine querschnittsgelähmte Sportlerin.

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