Münster: Attacke von Rechts – Erneut islamfeindliche Flugblätter verteilt

40
0
Hetzblatt im Briefkasten: In Münster wurden rechte Flugblätter verteilt.

© picture alliance / dpa

Dumpfe Parolen im Briefkasten: Bewohner in Münster-Rumphorst bekamen Anfang dieser Woche ungebetene Post. Islamfeindliche Flugblätter wurden verteilt. Der Verfassungsschutz hat die Absender schon lange im Visier.

Münster – Kurz vor Weihnachten flatterte einigen Münsteranern ein Flugblatt ins Haus, auf das sie gerne verzichtet hätten. Eine rechte Internetplattform mit dem Namen „Unabhängige Nachrichten“ hat Anfang dieser Woche ein Hetzblatt mit islam- und fremdenfeindlichen Parolen im Stadtteil Rumphorst verteilt, wie die WN berichten.

Betreiber des Flugblattes aus Münster vom Verfassungsschutz beobachtet

Seit 1969 existiert diese Vereinigung mit Sitz in Oberhausen bereits. Sie wird seit vielen Jahren vom Verfassungsschutz beobachtet. Ein Blick auf die Homepage der „UN“, wie sie sich selber abkürzen, zeigt, dass die Betreiber mit völkischen Jargons arbeiten.

So wird in der September-Ausgabe von „Feldzügen gegen das eigene Volk“ gesprochen, im Oktober wird die haltlose Behauptung aufgestellt, Millionen Menschen aus Afrika würden aufgrund einer „Bevölkerungsexplosion“ nach Europa auswandern. Im Impressum sehen sich die „UN“ als Bewahrer der „Wahrheit“ der deutschen Presselandschaft. Inklusive Fotomontagen von Bundeskanzlerin Angela Merkel im Kopftuch.

Im Stadtteil Rumphorst wurden die hetzerischen Flugblätter verteilt.

© Screenshot Google Maps

Zweite Flugblatt-Aktion in Münster innerhalb weniger Monate

Auf Anfrage bestätigte Polizeipressesprecherin Angela Lüttmann gegenüber msl24.de, dass derzeit in zwei Fällen geprüft wird, ob strafrechtliche Relevanz besteht. Neben der Flugblatt-Aktion sollen in Mauritz hetzerische Aufkleber der „UN“ verteilt worden sein. „Sie bewegen sich am Rande der Legalität“, so Lüttmann.

Bereits im vergangenen Oktober kam es in Münster zu einer Attacke von Rechts. In einem Studentenwohnheim an der Bismarkallee wurden anonyme islamfeindliche Flugblätter verteilt, in denen dazu aufgerufen wurde, Kinder zu bekommen, um gegen „Multi-Kulti-Gefasel und heimlichen Menschenimport“ vorzugehen.

Quelle: