„Die Unabhngigkeit von auslndischen Regierungen und Organisationen muss gewhrleistet sein“ – Leserbriefe Freiburg

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Zum Bericht „Rathaus prft Antrag fr Moschee“ (BZ vom 7. Dezember).

Es wird im Artikel darauf eingegangen, dass es sich um eine grundgesetzkonforme muslimische Gemeinde handele. Mir stellen sich einige Fragen. Wer finanziert diese Gemeinde? Wenn es sich um eine zeitgeme „deutsche“ islamische Gemeinde handelt, muss in jeder Hinsicht die Unabhngigkeit von auslndischen Regierungen und Organisationen gewhrleistet sein. Wie hlt es Herr Hammoud mit Skularitt, also der Betonung der positiven Neutralitt des Staates und der weitgehenden Trennung von Religion und Politik? Ich verstehe Musliminnen und Muslime als Brger einer demokratischen Gesellschaft, die die Rechte und Pflichten aller anderen Brger teilen. Im Grundgesetz wird das Recht auf die Freiheit des Bekenntnisses und auf ungestrte Religionsausbung garantiert. Meiner Ansicht nach besteht nicht das Recht, religise Normen im ffentlichen Raum durchzusetzen, wie es hufig geschieht. Was religise Texte betrifft, mssten diese meiner Meinung nach mit modernen hermeneutischen Verfahren interpretiert werden, um ein zeitgemes Islamverstndnis zu begrnden. Da ntzt es auch nicht, wenn in deutscher Sprache gepredigt wird. Mich besorgt die wachsende Macht eines demokratiefernen, politisierten Islams, der die Deutungshoheit ber den gesamten Islam beansprucht.

Wie steht Herr Hammoud zu einem Islam, der mit den Menschenrechten vollumfnglich vereinbar ist? Das heit, der Islam muss der uneingeschrnkten Gleichberechtigung von Frauen und Mnnern und den Rechten von Kindern sowie der sexuellen Selbstbestimmung des Individuums Rechnung tragen.

Distanziert sich Herr Hammoud von den Aussagen des Korans, dass eine Unterscheidung zwischen Glubigen und Unglubigen besteht? Steht Herr Hammoud fr einen aufgeklrten, demokratiefhigen Islam, der selbstkritisch und offen fr Kritik von auen ist?

Wenn es sich um eine Gemeinde handelt, die ihre Religion skular und im Einklang mit Demokratie und Menschenrechten versteht, also liberalen Islam praktiziert, wre es ein Fehler, dieser Gemeinde Steine in den Weg zu legen.

Sollte es sich aber um eine Moschee handeln, in der sich nicht von judenfeindlichen Aussagen des Korans distanziert wird und patriarchale Strukturen gepflegt werden, sollte die Stadtverwaltung ihre Entscheidung gut abwgen.

Meine Erfahrung mit dem Islam ist der, dass der Islam in Europa definitiv nicht liberal ist.

Wie kann es sonst sein, dass Kritiker unter Polizeischutz stehen und stndig bedroht werden?Peter Wild, Freiburg



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