Schweizer Islamist soll Anschläge auf Finanzplatz geplant haben – Schweiz: Standard

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Wenn es stimmt, was vor Ort über den vor kurzem in Marokko verhafteten Schweizer Nicholas P. bekannt wird, dann war er etwas ganz anderes als der harmlose Heilpraktiker, als der er sich im Internet ausgab. Demnach soll der 32-jährige Genfer Konvertit intensive und klandestine Kontakte zu zwei Bekannten bei der Terrororganisation Islamischer Staat (IS) gepflegt haben.

Schweizer beim IS

Wie die marokkanische Tageszeitung «Assabah» berichtet, stand der nun inhaftierte Nicholas P. in Verbindung mit dem ebenfalls aus Genf stammenden Daniel D., der als gefährlichster Schweizer beim IS gilt. Bei seinem zweiten IS-Kontaktmann soll es sich um einen Tunesier handeln, der in der Schweiz ebenfalls mit Daniel D. befreundet war.

Das regierungsnahe Blatt schreibt sogar, dass Nicholas P. im Jahr 2016 von Daniel D. und einem weiteren Jihadisten in Syrien den Auftrag erhalten habe, Terroranschläge gegen vitale Ziele in der Schweiz auszuführen. Zu den avisierten Opfern sollen Beamte des Bundesamts für Polizei (Fedpol) und Finanzinstitutionen gehört haben. Nicholas P. lebte zu diesem Zeitpunkt noch in der Schweiz.

Bestätigt sind diese Informationen über die mutmasslichen Attentatsabsichten nicht. Fedpol, das in Kontakt steht mit den marokkanischen Polizeistellen, hat bisher nichts davon erfahren, wie eine Sprecherin auf Anfrage erklärte. Der marokkanische Bericht nennt keine weiteren Details zu dem angeblichen Vor­haben. «Assabah» berichtet ledig­lich, dass sich Nicholas P. auch mit dem Aufbau von Terrorzellen in Südostasien beschäftigt habe, nachdem sich die Anschlagspläne in der Schweiz zerschlagen hätten.

Nicholas P. liess sich vor etwa zwei Jahren in Marokko nieder. Zuvor war er in der grossen Moschee des Genfer Quartiers Petit-Saconnex verkehrt. Dort hatte er auch Kevin Z. kennen gelernt, einen zweiten Schweizer Konvertiten, der jetzt in Marokko unter Terrorverdacht in Untersuchungshaft sitzt.

Auf der Liste von Interpol

Die beiden Schweizer sind im Zuge der Grossfahndung nach den Hintermännern des Mordes an zwei skandinavischen Touristinnen verhaftet worden. Den beiden jungen Männern aus Genf werden Kontakte zum IS vorgeworfen. Nicht zur Last gelegt wird ihnen die Mittäterschaft bei der brutalen Bluttat im Atlasgebirge von Mitte Dezember.

In Genf verkehrten auch die späteren IS-Jihadisten Daniel D. und dessen tunesischer Freund in der grossen Moschee von Petit-Saconnex. Die beiden reisten im Frühling 2015 nach Syrien aus und sollen dort unter anderem in einer Abteilung aktiv gewesen sein, die Terroranschläge im Ausland plante.

Auf einer Liste mit 173 Namen warnte Interpol ausdrücklich vor der Gefährlichkeit von sechs europäischen Jihadisten, unter ihnen der Lehrabbrecher Daniel D. alias Abu Ilias as-Swissri aus Genf. Daniel D. war von einem anderen Schweizer Jihadisten zum letzten Mal vor rund einem Jahr nahe der syrisch-irakischen Grenze gesehen worden.

Sein Freund, der Tunesier, sei beim Islamischen Staat schnell aufgestiegen und habe Medienmitteilungen der Terrororganisation auf Französisch übersetzt, schreibt «Assabah».

IV-Rente nach Marokko

Laut dem marokkanischen Zeitungsbericht handelte es sich bei Nicholas P. um einen Extremisten ersten Ranges, der die Ideologie des Islamischen Staats schon vor längerem übernommen hat. Überprüfen lässt sich das nicht, doch es fällt auf, dass der Genfer, der auch einen britischen Pass besitzt, noch bis kurz vor seiner Verhaftung auf Facebook Kontakt hatte mit anderen mutmasslichen Extremisten in der Region Genf.

Sein Kollege Kevin Z. reiste immer wieder in die Schweiz, nachdem er sich in Marokko niedergelassen hatte. Der heute 25-Jährige schweizerisch-spanische Doppelbürger war in Genf durch Kiffen sowie Kleinkriminalität aufgefallen und litt offenbar an psychischen Problemen, aufgrund derer er eine IV-Rente erhielt. Diese wurde – wie in solchen Fällen üblich – auch ausbezahlt, nachdem sich Kevin Z. in Marokko niedergelassen hatte.

(Redaktion Tamedia)

Erstellt: 15.01.2019, 09:08 Uhr

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