Philippinen – Sorge um den Friedensprozess – Politik

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Der Bombenanschlag auf eine Kathedrale schürt Ängste, dass islamistische Terroristen den Friedenspakt gefährden könnten. Gefragt ist jetzt vor allem eine ehemalige Rebellengruppe, die Mindanao auf Kurs halten kann.


Von Arne Perras, Singapur

Der Bombenanschlag auf eine Kathedrale im Süden der Philippinen schürt Sorgen, dass islamistische Terroristen Fortschritte im Friedensprozess auf Mindanao zunichtemachen könnten. Die Tat am Sonntag, bei der auf der Insel Jolo 20 Menschen getötet und Dutzende verletzt wurden, reklamierte die Terrorgruppe Islamischer Staat (IS) für sich. Sie ist mit radikalen lokalen Milizen verbündet und versucht, sich Stützpunkte und Rückzugsräume in der Region zu sichern. Rommel Banlaloi, Chef des Philippine Institute for Peace, Violence and Terrorism Research erklärte, dass die Attacke vor allem die früheren Rebellen der Moro Islamic Liberation Front (Milf) unter Druck setze. Die Milf hat mit Manila die „Autonome Region Bangsamoro“ ausgehandelt, sie müsse nun beweisen, dass sie regieren und Investitionen in die Gegend bringen könne, sagte der Analytiker. Nur so könnten die Leute sehen, dass sich ein Frieden mit Manila auch lohnt.

Der Politologe Banlaloi sprach von einer „gewaltigen Herausforderung“ für die früheren Separatisten, die jahrzehntelang mit Waffen für eine Unabhängigkeit gekämpft hatten. Mit der Regierung handelten sie schließlich ein autonomes Gebiet im Südwesten aus. Muslime bilden in dem überwiegend von Katholiken bevölkerten Staat eine Minderheit. Nur im Westen der rohstoffreichen Insel Mindanao dominiert nicht das Christentum, sondern der Islam.

Der Friedenspakt sieht vor, dass Christen in den von Muslimen dominierten Gebieten geschützt und eingebunden werden. Experten deuten die Gewalt als Versuch, einen Keil zwischen die Religionen zu treiben und den keimenden Frieden zu untergraben. Ein Referendum hatte gerade erst ergeben, dass eine große Mehrheit im Südwesten die ausgehandelte Autonomie befürwortet.

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