Vom IS entführt: Rotes Kreuz sucht seit fünf Jahren nach Louisa Akavi

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Ausland Vom IS entführt

Seit fünf Jahren kämpft das Rote Kreuz um diese Krankenschwester

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Rotes Kreuz kämpft um vom IS entführte Krankenschwester

Vor fast sechs Jahren wurde Louisa Akavi von der Terrormiliz IS entführt. Nach dem Zusammenbruch des Terrorregimes sucht das Rote Kreuz nun bewusst die Öffentlichkeit. In der Hoffnung, dass die neuseeländische Krankenschwester noch lebt.

Es ist der längste Entführungsfall in der Geschichte des Roten Kreuzes: Neuseeländische Spezialeinheiten suchen in Syrien nach der Krankenschwester Louisa Akavi. Die 62-Jährige wurde vom IS entführt – vor fünf Jahren.

Neuseeländische Spezialeinheiten suchen in Syrien nach einer vor mehr als fünf Jahren verschleppten neuseeländischen Krankenschwester. Vize-Premierminister Winston Peters sagte, Louisa Akavi befinde sich vermutlich noch immer in der Gewalt der Terrormiliz Islamischer Staat (IS). 

Im Zuge der Bemühungen, die Krankenschwester zu finden, sei ein Team mit Elitesoldaten in den Irak entsandt worden. Mitglieder des Teams seien wiederholt nach Syrien gereist, um Akavi ausfindig zu machen und nach Möglichkeiten zu suchen, sie zu befreien, sagte Peters.

Die 62-jährige Akavi war am 13. Oktober 2013 zusammen mit sechs weiteren Menschen verschleppt worden, als sie in einem Hilfskonvoi des Roten Kreuzes in der nordwestsyrischen Provinz Idlib unterwegs war. Vier der Entführten wurden am folgenden Tag freigelassen, nicht aber Akavi und zwei syrischer Fahrer.

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Die Entführung wurde bislang geheim gehalten, damit der Fall keine internationale Aufmerksamkeit erhält, die Akavi hätte schaden können. „Heute bitten wir öffentlich um Informationen“, teilte Dominik Stillhart, Einsatzleiter beim Internationalen Komitee des Roten Kreuzes (IKRK), nun in Genf mit. Dies sei der längste Entführungsfall in der 156-jährigen Geschichte der Organisation.

Letzter Hinweis auf Akavi ging im Dezember ein

Demnach gibt es Hinweise darauf, dass Akavi Ende 2018 am Leben war. Keine Informationen gebe es dagegen über den Verbleib der beiden Fahrer. Die „New York Times“ berichtete, mindestens zwei Menschen hätten angegeben, Akavi im Dezember in einer Klinik in dem syrischen Dorf Susa gesehen zu haben, zu diesem Zeitpunkt eine der letzten Ortschaften in der Hand des IS. Auch 2016 und 2017 habe es Berichte gegeben, wonach sie gesehen worden sei, teilte das Rote Kreuz mit.

Alaa Rajab, Louisa Akavi, Nabil Bakdoune

Die Fotos zeigen die drei Vermissten: den syrischen Fahrer Alaa Rajab, Krankenschwester Akavi und den Syrer Nabil Bakdoune

Quelle: AFP/HANDOUT

Die Krankenschwester und Hebamme arbeitete nach Angaben der neuseeländischen Regierung seit Ende der 1980er Jahre für das IKRK. Es soll eine Lösegeldforderung gegeben haben. Verhandlungen in den Jahren 2013 und 2014 waren nach Angaben des Roten Kreuzes nicht erfolgreich. Es handele sich um einen einmalig komplizierten Fall, sagte der neuseeländische Außenminister Winston Peters. 2014 sollte sie durch einen Rettungseinsatz des US-Militärs für eine Gruppe Gefangener gerettet werden, wurde aber kurz vor dem Zugriff von der Terrorgruppe an einen anderen Ort gebracht.

„Nachdem der IS seine letzten Gebiete verloren hat, waren wir der Meinung, dass es jetzt an der Zeit ist, sich zu äußern“, sagte Stillhart. Es gibt die Hoffnung, dass Akavi wegen ihrer medizinischen Fähigkeiten verschont wurde.

Kämpfer des kurdisch-arabischen Bündnisses SDF hatten im vergangenen September mit internationaler Unterstützung eine Offensive zur Eroberung der letzten IS-Bastionen im Osten Syriens begonnen. Ende März fiel mit dem Dorf Baghus die letzte Hochburg der Dschihadistenmiliz.



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